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Weggemobbt – Oberstaatsanwältin wird an Amtsgericht versetzt

17. Dezember 2008 von wb@bensberg.de

Da scheint es heiß her gegangen zu sein bei der Staatsanwaltschaft Bochum. Irgendwie muß Oberstaatsanwältin Lichtinghagen den vorgesetzten Leitenden Oberstaatsanwalt so schwer genervt zu haben, daß er sie innerhalb der Behörde kaltstellen und in die Jugendabteilung verbannen wollte. Dort hätte sie sich mit jugendtypischen Straftaten wie Beförderungserschleichung u.ä. auseinandersetzen dürfen. Übersehen hatte er wohl, daß man dies mit einer Kämpferin wie dieser Oberstaatsanwältin nicht machen kann. Devot – auch gegenüber ihren Vorgesetzten – ist die Dame überhaupt nicht.

Und so mußte ein ganzes Dossier mit Verfehlungen der Oberstaatsanwältin her, um wenigstens zu verhindern, daß die  Schwerpunktabteilung “Wirtschaftstrafsachen” mitsamt den Liechtensteinakten zur STA Köln abwandert. So ganz heftige Verfehlungen wurden wohl nicht gefunden, obwohl ein gutes Dutzend Staatsanwälte Altakten der Ermittlerin durchforstete. Ansonsten wäre eine Versetzung auf eigenen Wunsch an ein Amtsgericht in NRW nicht denkbar. Zu befürchten ist aber nicht, daß Frau Lichtinghagen demnächst Alkoholsünder oder Kleinkriminelle verurteilen muß. Dienstrangmäßig steht ihr ein Direktorenposten zu.

So ist nun der Fall Lichtinghagen für das Justizministerium erledigt. In ein paar Wochen spricht kein Mensch mehr darüber. Der Fall Zumwinkel wird mit einem Deal beendet, der Rest der Liechtensteiner Steuerstrafakten wird diskret und wahrscheinlich uneffektiv abgearbeitet.

Jüngere Staatsanwälte sollten ihren Schluß aus dem Fall ziehen. Bei einer Staatsanwaltschaft lohnt es sich eben nicht, engagiert zu arbeiten.

Gefragt sind eher Leisetreter, Trittbrettfahrer und Parteigänger.

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Abgelegt in der Kategorie Allgemein, Rechtspolitik, Steuern | 6 Kommentare »

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6 Kommentare

  1. Carsten R. Hoenig meint:

    Vielleicht sollte die Frau einmal die Option erwägen, in den freien Beruf zu wechseln. Eine bissige Strafverteidigerin wäre der Rechtspflege eigentlich auch nicht abträglich.

  2. Rechtsanwalt Breidenbach antwortet RA Breidenbach sagt dazu:

    Hallo Kollege Hoenig,

    da turnen ja schon eine ganze Reihe von Ex-Staatsanwälten in den Strafgerichten rum, um ihre Pensionen aufzubessern. Bissig sind die alle nicht, eher handzahm.
    Aus einem bissigen Strafverfolger wird nicht mal ein richtiger Verteidiger. Alte Denkweisen lassen sich nicht ablegen.

  3. A John meint:

    Man denke auch an den augsburger Staatsanwalt Winfried Maier, der wegen seines Engagements in der Max Strauss- Sache abserviert wurde.

  4. H. Müller meint:

    Und Frankfurt nicht vergessen. Das gleiche wie jetzt in Bochum. In Frankfurt war es die ganze Abteilung. Es lebe die Bananenrebuplik.

  5. H. Müller meint:

    Nachtrag zur Bananenrepublik
    http://www.nrv-net.de/main.php?id=151&vo_id=409

    Unbedingt lesen!!

  6. TSK meint:

    “Jüngere Staatsanwälte sollten ihren Schluß aus dem Fall ziehen. Bei einer Staatsanwaltschaft lohnt es sich eben nicht, engagiert zu arbeiten”

    Das sollte man so nicht sagen.
    Entscheidend ist für wen oder in für welche Interessen man engagiert arbeitet….

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